06.02.2018

von B° RB

Bavariathek

Haus der Bayerischen Geschichte | Museum. Premiere für die Bavariathek. Pilotklassen präsentieren eigene Ergebnisse

Große Begeisterung für die bayerische Geschichte: Am 5. Februar 2018 präsentierten die ersten Pilotklassen ihre Ergebnisse in Regensburg. Bereits aktiv für die Bavariathek geforscht haben ein P-Seminar und Pluskurs Geschichte vom Donau-Gymnasium Kelheim und ein P-Seminar des Gymnasiums Lappersdorf. Am Beginn des Projektes steht das W-Seminar „Spurensucher vor Ort“ (ebenfalls Kelheim). Die Teilnehmer sind vor dem Museumsgebäude am Donaumarkt zu sehen

Das Museum der Bayerischen Geschichte wird im Mai 2019 am Regens­burger Donaumarkt eröffnen. Einige Schüler und Schülerinnen in Bayern sind jedoch schon seit Monaten in Sachen bayerischer Geschichte aktiv: Für die Bavariathek haben drei Pilotklassen geforscht und recherchiert, in Archiven und auf einem Bauernhof nach aussagekräftigen Objekten und neuen Quellen gesucht und das Ganze medial aufbereitet. Ab Sommer 2018 werden die Ergebnisse online ausgestellt. 

Ab ins Museum – Vom Butterfassl bis zum Kaiserbesuch

Über 70 Schülerinnen und Schüler zeigen am 5. Februar 2018 beim ersten Präsentationstag die Ergebnisse ihrer Arbeit in Regensburg. Besonders stolz kann das P-Seminar (Schuljahr 2016/17) des Donau-Gymnasiums Kelheim unter der Leitung von Edith Kufner sein, das mit seinem Projekt „Ab ins Museum“ den P-Seminarpreis für Niederbayern gewonnen hat. Die Jugendlichen haben sich mit der Geschichte Kelheims um 1900 in den Bereichen Landwirtschaft, Mobilität, Fremdenverkehr und Stromversor­gung auseinandergesetzt. Dafür haben sie auf einem Bauernhof nach al­ten landwirtschaftlichen Geräten wie Heugabel und Butterfassl gefahndet. Den generellen Wandel zeigen Ortsansichten von damals, denen Fotos von heute gegenübergestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt: Der Be­such Kaiser Wilhelms II. in der Donaustadt im Jahr 1913. 

Ebenfalls aus dem Donau-Gymnasium Kelheim: Der Pluskurs Geschichte unter der Leitung von Michaela Mallmann, der sich mit dem Ersten Welt­krieg beschäftigte. Wie erlebten Kelheimer Soldaten den Frontalltag und welche Auswirkungen hatte der Krieg auf die „Heimatfront“ – diese Fra­gen standen im Mittelpunkt. Akribisch recherchierten die Schülerinnen und Schüler in Archiven, werteten Quellen aus, führten Interviews und suchten nach Objekten wie Pickelhaube und Feldpostbriefen, um die Zeit des Ersten Weltkriegs anschaulich zu machen. In seiner Schule hat der Pluskurs bereits eine erste Ausstellung damit erstellt. Das nächste Projekt in Kelheim steht schon bereit: Das W-Seminar „Spurensucher vor Ort“ er­forscht seit diesem Schuljahr die Lokalgeschichte. 

Archiv der Gegenwart – Lebenswelten Jugendlicher

Einen ganz anderen Weg schlug das P-Seminar des Gymnasiums Lap­persdorf (Leitung: Franz Kufner) ein. Unter dem Titel „Jugend im Museum“ wurden die Lebenswelten von Jugendlichen erforscht. Was ist den jungen Menschen in Bayern wichtig, was lesen sie, was essen sie, wie ziehen sie sich an? Welche Milieus gibt es überhaupt? Die Lappersdorfer haben die ersten Ergebnisse mit Fotos veranschaulicht, doch das Projekt bleibt offen – und die Umfrage unter Jugendlichen wird fortgesetzt und bildet einen ersten Beitrag zum „Archiv der Zukunft“, das in der Bavariathek aufgebaut wird. 

Bavariathek: Online-Portal und virtuelle Werkbank

Die Bavariathek ist das Online-Portal des Hauses der Bayerischen Ge­schichte, das ab Sommer 2018 bayerische Geschichte vielseitig, modern und spannend präsentieren wird. Dort werden unter anderem Beiträge von Schulklassen das Angebot ständig erweitern. Die ersten Pilotklassen aus Lappersdorf und Kelheim zeigen auf der Webseite ihre Ergebnisse ab Sommer 2018. 

Daneben ist die Bavariathek auch in Regensburg verortet: Neben dem Museum entstehen am Donaumarkt Medienräume mit tech­nischer Aus­stat­tung, die als Schulungszentrum dienen. Dort können Schulklassen ihr geschichtli­ches Wissen vertiefen und zugleich ihre Medi­enkompetenz ausbauen. Im Mittel­punkt stehen der kritische Umgang mit dem Internet, das Dokumentieren und Interpretieren historischer Quellen sowie das Er­stellen eigener Medienerzeugnisse: Mit den Ergebnissen von Projektarbei­ten können Schüler und Schülerinnen zum Beispiel virtuelle Ausstellungen pro­duzieren oder eigene Apps, Filme, Podcasts oder Publi­kationen veröf­fentlichen. 

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