31.08.2017

von B° RB

Der Flug zum Mond mit dem Raketenflugzeug

Haus der Bayerischen Geschichte | Museum | Mit Karl Valentin zum Mond – FOS-Schüler aus Cham bauen Raketenflugzeug

Bühnenbild von Karl Valentin: Der Flug zum Mond mit dem Raketenflugzeug

Karl Valentin (1882 – 1948) gehört zu den berühmtesten Bayern. Doch nicht nur sein Humor macht ihn zu einem besonderen Künstler des 20. Jahrhunderts: Valentin war auch stark am technischen Fortschritt interessiert. Seine Rolle als Visionär und Tüftler wird im Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte mit einer Mitmachstation gewürdigt, die die Besucher beinahe abheben lässt … 

Bühne frei für die bayerische Raumfahrt

„Der Flug zum Mond mit dem Raketenflugzeug“ – so lautet der Titel des intermedialen Bühnenstücks, das Karl Valentin und Liesl Karlstadt 1928 in München als „technische Bühnenneuheit“ uraufgeführt haben. Zahlreiche Zuschauer begleiteten das „Himmelflugkommando“ der beiden bayerischen Schauspieler vor der Bühne und auf der Bühne, Flug und (Bruch-)Landung selbst wurden schon damals als Trickfilm eingespielt. Erhalten haben sich von dem Stück bis heute nur das Drehbuch und eine kolorierte Fotografie, weitere Aufnahmen und Requisiten gibt es nicht mehr. Das Bühnensetting von Valentin und Karlstadt wird im Museum in Regensburg als begehbare Kulisse nachgebaut, inklusive Fernrohr und Kamera. Besonders beeindruckend ist das Raketenflugzeug. 

Schüler aus Cham bauen Valentin-Flugzeug

Das Flugzeug kann dank der Unterstützung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz umgesetzt werden. Schüler der Fachoberschule Cham haben am Bildungszentrum der Handwerkskammer das hölzerne Objekt mit Tragflächen und Propeller geplant, konstruiert und gebaut und sind dabei auf verschiedene Flugzeugmodelle von Karl Valentin eingegangen. Da Valentin selbst Schreiner war, baute er viele seiner Bühnenbilder und -elemente sowie einige (Bühnen-)Flugzeuge in Eigenregie. Für die Dauerausstellung im Museum werden jedoch andere, spezifische Anforderungen an das Objekt gestellt: Sie reichen vom sicheren, stabilen Stand bis zum ungiftigen Außenlack und müssen von den 31 Schülern berücksichtigt werden. Denn: Das Flugzeug wird nicht zum Mond fliegen, aber als Mitmachstation viel „mitmachen“. Besucher und Besucherinnen dürfen in das Cockpit klettern und sich als Pilot fühlen, und mit einigen Requisiten aus der Verkleidungskiste auch entsprechend aussehen. 

„Mia sind da – das Flugzeug ist da – der Mond ist da“

Fertig ist das bayerische Fluggerät noch nicht: Im nächsten Schuljahr folgt der Feinschliff. Dann werden die Schüler, wieder angeleitet von den Schreiner-Ausbildern Peter Zimmermann und Martin Schumann und Metall-Ausbilder Horst Rettinger, zum Beispiel die Armaturen einbauen, vielleicht sogar ein Lenkrad. Voraussichtlich ein Jahr später steht das Raketenflugzeug dann in der Regensburger Dauerausstellung und wird dort als beliebte Aktivstation und Fotomotiv zahlreiche Besucher aus aller Welt erfreuen. 

Ob das Unternehmen gelingt? Im Bühnenstück von Karl Valentin ist man sich, was die Mondreise betrifft, auf jeden Fall sicher: „Die Voraussetzungen sind ja alle da. Mia sind da – das Flugzeug ist da – der Mond ist da“, so Liesl Karlstadt. 

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